Heil- und sozialpädagogische, intensive Kleinstwohngruppen

Die „Heil- u. sozialpädagogischen, intensiven Kleinstwohngruppen“ sind zum Zeitpunkt der Aufnahme jeweils geeignet für 5 Mädchen und Jungen ab dem Kindergartenalter bis zu 18 Jahren, mit sozialen, emotionalen und psychischen Auffälligkeiten.

Die Wohngruppen sind grundsätzlich nach Alter, bzw. gem. dem Entwicklungsstand entsprechend gestaffelt, so dass sich die Bewohner mit den positiven Eigenschaften einer Peer- Group entwickeln können. Das heißt unter Gleichaltrigen soziale Verhaltensweisen erproben. Ein geschütztes Spielfeld, auf dem es möglich ist, eigene Grenzen auszutesten, den Umgang mit anderen zu lernen, den Übergang vom Kind und schließlich zum Jugendlichen.

Entsprechend dem Entwicklungsstand und der schon eingetretenen Beeinträchtigung/ Krankheitsbild oder um dieses möglichst zu verhindern, werden entsprechende individuelle Frühförderangebote durchgeführt und Hilfepläne gestaltet. Ziel ist es eine Teilhabe am Leben für das Kind/ Jugendlichen zu ermöglichen. Dabei werden alle notwendigen Stellen beteiligt, Kind/ Jugendlicher, Eltern, Jugendamt, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Schulen, Logopäden und Ergotherapeuten, heilpädagogische Dienst JHV Sonnenland entsprechend ihrer Möglichkeiten, um gemeinsam einen Lösungsweg zu erarbeiten.

Die einzelnen Leitziele, innerhalb der Zielgruppe

  • Regelmäßige Mahlzeiten (Rituale entwickeln)
  • Zubereitung von Essen/ Tischdecken/ Essen mit Besteck
  • Schwimmen lernen
  • Kommunikation/ Interaktion (Verein, Freundeskreis, Mitbewohner)
  • Hygiene (Waschen, Toilette, Kleidung, Zimmerordnung)
  • Auswahl/ Vermittlung wetterentsprechender Kleidung
  • Lesen, Schreiben
  • Umgang mit Ressourcen (z.B. Geld)
  • Arztbesuche (z.B. Zahnarzt)
  • Umgang im Straßenverkehr
  • Erkennen von Gefahren
  • Krisenintervention
  • Biographiearbeit
  • Ablösungsprozesse/ Annäherung ermöglichen
  • Elternarbeit
  • Klärung von Perspektiven
  • Unterstützung Schule/ WfbM/ Arbeitsstelle



Die Heilpädagogischen Intensivgruppen haben inhaltlich das Ziel der Rückführung in das Familiensystem. Ist dieses Ziel im Einzelfall nicht möglich, so gibt es grundsätzlich die Möglichkeit einer Unterbringung in unseren weiterführenden Peergroups innerhalb der Einrichtung, bis hin zur Verselbstständigung.

Es ist unser Anliegen, den Kindern und Jugendlichen ein konstantes und verlässliches Beziehungsangebot zu machen, klare Alltagsstrukturen vorzugeben, die schulische Entwicklung zu fördern und freizeitpädagogische Erlebnisse durchzuführen.

Ausgangspunkt unseres Angebotes und damit unseres pädagogischen Handelns ist eine heilpädagogische, ganzheitlich – systemische Sichtweise, was bedeutet, dass Entwicklung und Verhalten als Resultat der Interaktion des Kindes in seinen einzelnen Systemen (z.B. Familie, Kindergarten, Schule) verstanden wird.

Die Interventionen in unserer Arbeit werden eingebettet in unterschiedliche am Kind orientierte Angebote. Hierdurch kann eine Effektivität erreicht werden, die sich positiv auf das Kind und seine Familie auswirken. Die Kompetenzen und Ressourcen auf allen Bereichen werden somit erweitert.

Unser Ziel ist durch die heilpädagogische Atmosphäre der Gruppe über Verstärkerlernen (Verstärkermodell) eine Verhaltensmodifikation herbeizuführen. Die Kinder sollen gruppenfähig in der eigenen Gruppe, als auch in externen Gruppen werden, so dass eine Integration über den Kindergarten hinaus in die Schule und Arbeit ermöglicht wird.

Das methodische Vorgehen in diesen Gruppen basiert auf heilpädagogisches und sozialpädagogisches Fachwissen. Therapeutische Elemente dienen dem Aufbau einer emotionalen Stabilisierung. Die Erziehung erfolgt auf der Grundlage vorhandener Ressourcen.

Unser Prinzip ist es, Grundstrukturen zur Orientierung (z.B. Hausordnung, Pläne für die verschiedenen Dienste und Absprachen) vorzugeben, dabei aber auch Freiräume für die Ausgestaltung des Zusammenlebens zu schaffen.

Das gemeinsame Tun ist Methodische Grundlage unserer Arbeit. Durch gemeinsames Tun entsteht Beziehung. Die gemeinsame Gestaltung des Alltags bedeutet, sich als einen Teil des Ganzen zu verstehen und in diesem Verantwortung zu übernehmen.

Hof Südholt

Haus Apen

Haus Beethovenstraße