Trauma- therapeutische intensive Kleinstwohngruppe

In der Trauma-therapeutischen intensiven Kleinstwohngruppe „Beethovenstrasse“ leben Mädchen und Jungen. Diese Zielgruppe des Leistungsangebotes sind Kinder, bei denen eine dem Wohl des Kindes entsprechende Erziehung nicht mehr gewährleistet ist und eine stationäre Erziehungshilfe aufgrund der Indikationsstellung geeignet bzw. notwendig erscheint. Bei dem Verdacht oder dem Hinweis einer Traumatisierung werden diese Kinder bei uns aufgenommen. Hier wird der Focus unter besonderer fachlicher und spezieller Ausrichtung darin gelegt, mit diesen traumatisierten Jungen und Mädchen Typ II Traumata zu arbeiten. Die Wohngruppe ist ausgerichtet Kinder im Alter von 4-16 Jahren aufzunehmen, die einen erhöhten bzw. besonderen Erziehungs- und Förderbedarf haben und dadurch den Rahmen einer intensiven Kleinstwohngruppe überfordern. Sie ist für Kinder indiziert, die bereits in den ersten Lebensjahren schwerwiegende traumatische Erlebnisse hatten und die extrem belastenden und existenziell bedrohlichen Ereignissen ausgesetzt waren.
Die therapeutische Wohngruppe bietet einen geschützten Rahmen, in dem es möglich ist, mit der nötigen Zeit und Ruhe das Erlebte und nicht Verstehbare mit Unterstützung von speziell in Traumata ausgebildeten Mitarbeitern aufzuarbeiten. Die Kinder und Jugendlichen sollen somit die Möglichkeit haben, ihr Erlebtes verstehen und begreifen zu lernen, um ihr eigenes Leben wieder als lebenswert betrachten zu können. Mit der Zielsetzung, ihr eigenes Leben selbst gestalten zu können.
Primäres Ziel der Trauma- therapeutischen intensiven Kleinstwohngruppen liegt in der Diagnostikphase, in der ein vorhandenes Trauma diagnostiziert sowie der Schutz vor einer weiteren Retraumatisierung gegeben ist.
Grundleistungen der Trauma- therapeutischen intensiven Kleinstwohngruppe:

  • Das Förderkonzept umfasst zusätzlich die regelmäßige und fachspezifische Beratung und Begleitung der in Traumatherapie- und Pädagogik ausgebildeten Mitarbeiter sowie der Kinder und Jugendlichen und deren Familien durch den heilpädagogisch/ therapeutischen Fachdienst
  • Aufarbeitung und Verarbeitung der Traumata
  • Der heilpädagogisch/ therapeutische Fachdienst mit seinen ausgebildeten Traumatherapeuten/ Pädagogen und Psychologen ist dabei die Schnittstelle zu den Wohngruppen
  • Fachliche Begleitung/ Beratung in dem gesamten therapeutischen Prozess einschließlich Krisenintervention, Helferkonferenzen, Teamsitzungen etc. Fortsetzung der Hilfe in einer anderen Hilfeform (Tagesgruppe, ambulante Hilfeformen)
  • Fortsetzung in einer weiterführenden Hilfeform
  • Enge Kooperation und Begleitung bei der Überleitung in eventuell erforderliche psychotherapeutischen Praxen oder Kinder- und Jugendpsychiatrien


Die Heilpädagogischen Intensivgruppen haben inhaltlich das Ziel der Rückführung in das Familiensystem. Ist dieses Ziel im Einzelfall nicht möglich, so gibt es grundsätzlich die Möglichkeit einer Unterbringung in unseren weiterführenden Peergroups innerhalb der Einrichtung, bis hin zur Verselbstständigung.

Es ist unser Anliegen, den Kindern und Jugendlichen ein konstantes und verlässliches Beziehungsangebot zu machen, klare Alltagsstrukturen vorzugeben, die schulische Entwicklung zu fördern und freizeitpädagogische Erlebnisse durchzuführen.

Ausgangspunkt unseres Angebotes und damit unseres pädagogischen Handelns ist eine heilpädagogische, ganzheitlich – systemische Sichtweise, was bedeutet, dass Entwicklung und Verhalten als Resultat der Interaktion des Kindes in seinen einzelnen Systemen (z.B. Familie, Kindergarten, Schule) verstanden wird.

Die Interventionen in unserer Arbeit werden eingebettet in unterschiedliche am Kind orientierte Angebote. Hierdurch kann eine Effektivität erreicht werden, die sich positiv auf das Kind und seine Familie auswirken. Die Kompetenzen und Ressourcen auf allen Bereichen werden somit erweitert.

Unser Ziel ist durch die heilpädagogische Atmosphäre der Gruppe über Verstärkerlernen (Verstärkermodell) eine Verhaltensmodifikation herbeizuführen. Die Kinder sollen gruppenfähig in der eigenen Gruppe, als auch in externen Gruppen werden, so dass eine Integration über den Kindergarten hinaus in die Schule und Arbeit ermöglicht wird.

Das methodische Vorgehen in diesen Gruppen basiert auf heilpädagogisches und sozialpädagogisches Fachwissen. Therapeutische Elemente dienen dem Aufbau einer emotionalen Stabilisierung. Die Erziehung erfolgt auf der Grundlage vorhandener Ressourcen.

Unser Prinzip ist es, Grundstrukturen zur Orientierung (z.B. Hausordnung, Pläne für die verschiedenen Dienste und Absprachen) vorzugeben, dabei aber auch Freiräume für die Ausgestaltung des Zusammenlebens zu schaffen.

Das gemeinsame Tun ist Methodische Grundlage unserer Arbeit. Durch gemeinsames Tun entsteht Beziehung. Die gemeinsame Gestaltung des Alltags bedeutet, sich als einen Teil des Ganzen zu verstehen und in diesem Verantwortung zu übernehmen.